CMSCamp Mallorca 2026 | Recap
Das CMSCamp Mallorca 2026 zeigte, welche Entwicklungen die Zukunft von Content Management Systemen (CMS) prägen. Im Mittelpunkt standen Künstliche Intelligenz (KI), Generative Engine Optimization (GEO), Suchmaschinenoptimierung (SEO), Connected Design Systems und Digital Bias. Unser Recap fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus Vorträgen, Masterclasses und Barcamp-Sessions zusammen und zeigt, welche Impulse für moderne Websites, digitale Markenführung und die Arbeit in einer Digitalagentur besonders relevant sind.
Inhaltsverzeichnis
Einen Tag vor Beginn des CMSCamps Mallorca 2026 kam ich in Palma an. Noch blieb Zeit für ein gutes Essen mit Blick aufs Meer und einen ruhigen Abend zum Ankommen. Danach lagen drei Tage voller Fachvorträge, Masterclasses, Barcamp-Sessions und Gespräche vor mir. Einige der Themen haben mich dabei besonders beschäftigt und werden mich sicher auch über das CMSCamp hinaus begleiten. Hier gibt es meine Einblicke.
Viel Spaß beim Lesen!
Tag 1: Wo geht die Reise für CMS hin?
Der erste Tag startete mit den CMS Experts. Die Themen reichten von der Arbeit des »United Nations High Commissioner for Refugees« mit Drupal und Optimizely bis zur Frage, welche Rolle Content Management Systeme in Zukunft spielen werden. Romina Hortigüela gab Einblicke in die Arbeit des UNHCR und zeigte, wie die Organisation Drupal und Optimizely nutzt, um ihre Botschaften über soziale Medien zu verbreiten. Besonders beeindruckend fand ich dabei, wie effektiv eine NGO mit begrenzten Ressourcen arbeitet.
Auch Antonia Fedders Workshop »Big Questions for 2027: The Role of CMS, The Future of Websites» hat einige Fragen aufgeworfen. Hängen geblieben ist bei mir ihr Satz »CMS needs to get proximate to their users.« Gerade in der Zusammenarbeit mit Kunden zeigt sich, wie wichtig intuitive, nutzerfreundliche und anpassbare Systeme wirklich sind.
KI, CMS und die Zukunft der Markenführung
Am intensivsten habe ich mich am ersten Tag mit Jonathan Healeys Vortrag »Where CMS is really heading: eight predictions revisited« beschäftigt. Seine Session verband die Frage nach der Zukunft von CMS mit einem kritischen Blick darauf, wie Marken im KI-Zeitalter ihre Kontrolle über die eigene Darstellung behalten können.
Eine Zahl hat dabei besonders meine Aufmerksamkeit geweckt: Laut Jonathan landen 60% der KI-Weiterleitungen auf der Homepage, bei organischer Suche sind es 17%. Für mich zeigt das, dass die Homepage zunehmend auch als Einstiegspunkt für KI-generierte Wege zu einer Marke gedacht werden muss.
Spannend war auch sein Blick auf JSON-LD. In einem Test mit 1.885 Seiten sei kein statistisch messbarer »Citation Lift« festgestellt worden. Die Aussage daraus war für mich weniger, dass strukturierte Daten grundsätzlich unwichtig sind, sondern vielmehr, dass sie allein nicht die entscheidende Antwort auf die Frage nach Sichtbarkeit in KI-Systemen liefern. Aber noch wichtiger war für mich die Frage nach der Markenwahrnehmung.
Jonathan stellte drei Stufen gegenüber:
- Werde ich zitiert?
- Werde ich korrekt zitiert?
- Ist das Erlebnis on brand?
Während bereits einige Unternehmen die ersten beiden Stufen erreichen, sieht er bei der dritten noch keine Lösung. Genau darin liegt eine Herausforderung. Denn, wenn die Nutzererfahrung zunehmend über etwas vermittelt wird, das ein Unternehmen selbst nicht kontrolliert, stellt sich auch die Frage, wie sich die eigene Markenexpression schützen lässt.
Sein Fazit dazu blieb mir im Gedächtnis, denn die Kontrolle über die Markenerfahrung, die Unternehmen über viele Jahre aufgebaut haben, verändert sich. Eine fertige Lösung dafür gibt es noch nicht. Mein persönlicher Takeaway daraus war, dass Content Management Systeme längst nicht mehr nur das System hinter der eigenen Website sind. Sondern Inhalte werden an vielen verschiedenen Stellen ausgespielt. Marken müssen sich deshalb nicht nur um Sichtbarkeit kümmern, sondern auch darum, wie ihre Inhalte und ihre Marke in anderen Umgebungen dargestellt werden.
Der Gedanke an Brand Guidelines für KI ist für mich deshalb besonders interessant.
Content für Menschen und Maschinen
Im weiteren Verlauf des Tages ging es auch um die Frage, wie Inhalte für unterschiedliche Leser funktionieren.
Nina Kozlowska zeigte in ihrem Vortrag »Writing for Humans and Machines: What Each Reader Needs«, wie sich die Anforderungen unterscheiden. Eine Übung, bei der wir Blogeinträge darauf prüften, ob sie von KI oder echten Nutzern stammen, war dabei nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam. Den Abschluss des Tages bildete Deniz Ergün von mit ihrem Vortrag »What if the page is not the product?« und dem Satz »Maintain a foundation reliable enough«. Am Abend ging es beim Warm-up im The Popper Club dann vor allem um Austausch. Bei Musik, Drinks und Blick auf die Basilika und das Meer war Zeit, neue Menschen kennenzulernen und erste Gespräche aus dem Veranstaltungstag weiterzuführen.
Tag 2: Was passiert, wenn Design und CMS wirklich zusammenarbeiten?
Am zweiten Tag stand das Barcamp im Mittelpunkt. Nach der Sessionplanung konnten alle Teilnehmenden selbst entscheiden, welche Themen sie vertiefen wollten.
Mein persönliches Highlight war die Masterclass »The Ultimate Design System: Figma to CMS« von Sven Ditz (CEO bei Sitegeist). Dabei ging es um ein Connected Design System, das Design-Definitionen zentral miteinander verbindet. Ohne ein solches System können sich in Projekten schnell sehr viele Varianten entwickeln. Gemeint sind damit beispielsweise unterschiedliche Buttons, uneinheitliche Header und Footer oder verschiedene Abstände. Das Connected Design System setzt genau dort an und überträgt zentrale Änderungen auf die verbundenen Bereiche.
Interessant war auch die technische Umsetzung. Denn das System ist modular aufgebaut. Frontend-Entwickler und Integratoren kommunizieren über eine Component API, während Design- und Frontend-Entwickler eine Token API nutzen, um Design-Definitionen wie Farben, Abstände und Typografie zentral zu verwalten. Als technische Basis dient ein 4x4-Pixel-Grid, welches als JSON-File über eine API bereitgestellt wird und kann im Frontend direkt als CSS genutzt werden. Der entscheidende Punkt dabei ist die zentrale Pflege, denn Änderungen werden an einer Stelle vorgenommen und müssen nicht mehrfach umgesetzt werden. Das kann Aufwand, Nerven und Kosten reduzieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass Websites konsistent bleiben und die Markenidentität erhalten bleibt. Für mich ist das ein Thema, das wir auch bei zukünftigen Projekten stärker diskutieren sollten.
TYPO3, Neos und GEO im Fokus
Danach folgten weitere Barcamp Sessions. Robert Lemke und Martin Ficzel zeigten die Unterschiede zwischen Neos und TYPO3. Gerade weil wir in unserer Digitalagentur hauptsächlich mit TYPO3 arbeiten, war dieser Vergleich für mich besonders interessant.
Auch Content und GEO/SEO standen auf dem Programm. Diskutiert wurde unter anderem, wie Inhalte erstellt und in ein Content Management System überführt werden kann und welche Rolle Tools wie Semrush und WriteSonic dabei spielen. Besonders spannend war für mich der Austausch darüber, wie Seiten noch stärker für GEO optimiert werden können, da wir uns als dkd aktuell auch viel mit diesem Thema beschäftigen.
Am Abend ließen wir den Tag bei Tapas im Buscando El Norte und einem gemeinsamen Gruppenfoto ausklingen.
Tag 3: Gute digitale Erfahrungen brauchen gute Fragen
Am dritten Tag ging es unter anderem um die Arbeit von Content Creators. Beim CMS Roasting mit Nina Kozlowska wurden fehlende Review- und Preview-Möglichkeiten sowie zu komplexe Abläufe thematisiert. Vieles davon kam mir aus Kundenprojekten bekannt vor und hat noch einmal gezeigt, wo Verbesserungspotenzial in bestehenden Prozessen liegen kann.
Weitere Sessions beschäftigten sich mit Visual Experiences und Medienanwendungen sowie mit den Möglichkeiten von Canva. Besonders intensiv fand ich anschließend Antonias Impuls »Create Diversity. Practice Empathy«. Ihre Aufforderung, Technologie so zu gestalten, dass sie Menschen zusammenbringt, statt sie zu spalten, hat sich für mich mit vielen anderen Themen des Camps verbunden. Dabei ging es nicht nur um abstrakte Fragen, sondern um konkrete Punkte, die sich auf die eigene Arbeit übertragen lassen. Zum Beispiel:
- Wer war an der Definition des Problems beteiligt und wer war nicht im Raum?
- Wird ein späteres Team noch verstehen, welche Annahmen in einem System eingebettet sind
- Auf welche Sprache, Bildsprache und Referenzen greift ein System standardmäßig zurück und was bewirken wir damit?
Diese Fragen fand ich besonders wertvoll, weil sie zeigen, wie Digital Bias in ganz unterschiedlichen Bereichen entstehen kann. Es geht nicht nur um die Entwicklung eines Systems. Auch Content, Design und Marketing können von Annahmen geprägt sein, die wir selbst möglicherweise gar nicht mehr wahrnehmen.
Für mich bleibt deshalb vor allem eine Erkenntnis: Wir sollten bewusster darauf schauen, wer bei der Entwicklung eines Projekts mit am Tisch sitzt und welche Perspektiven möglicherweise fehlen. Diversität und Empathie sind dabei keine zusätzlichen Themen, sondern Teil der Frage, wie gute digitale Erfahrungen entstehen. Powerpoint-Karaoke gab es anschließend noch einen sehr unterhaltsamen Abschluss des inhaltlichen Programms. Beim Informal Dinner konnten wir die drei Tage gemeinsam Revue passieren lassen.
Zwischen KI, Design und Menschlichkeit: Was bleibt
Vom CMS Camp Mallorca 2026 nehme ich vor allem drei Gedanken mit.
- Ein CMS ist kein isoliertes Tool. Inhalte werden an vielen unterschiedlichen Stellen ausgespielt. Gerade im KI-Zeitalter müssen wir uns deshalb stärker damit beschäftigen, wie Marken und Inhalte außerhalb der eigenen Website wahrgenommen werden.
- Ein Connected Design System kann dabei helfen, Gestaltung und technische Umsetzung besser miteinander zu verbinden. Zentrale Definitionen, klare Schnittstellen und die Möglichkeit, Änderungen an einer Stelle auszuspielen, schaffen die Grundlage für konsistentere und effizientere Projekte.
- Gute digitale Erfahrungen brauchen unterschiedliche Perspektiven. Die Fragen rund um Digital Bias haben noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist, eigene Annahmen zu hinterfragen und auch die Perspektiven mitzudenken, die im ersten Moment vielleicht nicht sichtbar sind.
Besonders die Themen Connected Design System, GEO/SEO und Markenführung im KI-Zeitalter nehme ich aus Mallorca mit. Und vielleicht ist genau das der Wert eines solchen Camps. Denn nicht jede Frage muss am Ende beantwortet sein. Einige sind sogar dann besonders wertvoll, wenn sie einen noch eine Weile weiter beschäftigen.
Ob KI, GEO oder moderne CMS-Lösungen: Entscheidend ist, was wir daraus machen. Wir bei dkd unterstützen dich dabei, neue Technologien und digitale Strategien sinnvoll in die Praxis zu bringen.
Lassen Sie uns gemeinsam Ihre digitale Zukunft gestalten!
Quellen & weiterführende Links
[1] KI-Transformation? Wir sind Ihre KI-Agentur
[2] Der Weg der dkd-KI-Transformation: Über Abenteurer, Stabilisierer, Balancierer
[3] Prompten, bitte!
[4] Starfruit AI
[5] KI absichern: die souveräne, datenschutzkonforme LiteLLM Plattform
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