Was ist eine Unified Commerce Platform?

Eine Unified Commerce Platform, kurz UCP, ist eine zentrale Plattform, die alle Vertriebskanäle eines Unternehmens in einem System bündelt. Online-Shop, mobile Anwendung, Filiale, Marktplatz und Social Commerce greifen dabei auf eine gemeinsame Datenbasis zu, statt parallel zu eigenen Systemen geführt zu werden. Anders als bei klassischen Multichannel- oder Omnichannel-Ansätzen werden die Kanäle nicht nachträglich verbunden, sondern teilen sich von Anfang an dieselben Produkte, Bestände, Preise und Kundendaten. So entsteht ein konsistentes Bild über alle Kontaktpunkte hinweg.

Vom Single Channel zur einheitlichen Plattform

Die Entwicklung im Handel führt vom reinen Single Channel über Multichannel und Omnichannel hin zum Unified Commerce. Während Multichannel mehrere Kanäle parallel mit eigenen Systemen betreibt und Omnichannel diese Systeme integriert, vereint Unified Commerce alle Kanäle auf einer gemeinsamen Plattform. Das Ergebnis ist nicht nur eine technische Vereinfachung, sondern auch eine durchgängige Sicht auf Kunden und Sortimente.

Kernmerkmale

Im Zentrum einer UCP steht das Prinzip einer einzigen verlässlichen Datenquelle, häufig als Single Source of Truth bezeichnet. Produktkatalog, Bestand, Kunden- und Preisdaten werden zentral geführt und stehen jedem Kanal in derselben Qualität zur Verfügung. Hinzu kommt eine Synchronisation nahezu in Echtzeit, sodass Verfügbarkeiten, Preise und Aktionen über alle Berührungspunkte hinweg konsistent sind. Auf dieser Grundlage lassen sich kanalübergreifende Prozesse umsetzen, vom Kauf online und der Abholung in der Filiale über die Bestellung im Geschäft mit Lieferung nach Hause bis zu kanalübergreifenden Retouren und einheitlichen Loyalty-Programmen.

Architektur

Architektonisch verbindet eine UCP klassische Backend-Systeme zu einem stimmigen Ganzen. Ein Product Information Management pflegt die Stammdaten der Produkte, ein Order Management System kümmert sich um Bestellungen, ein CRM-System um die Kundenbeziehung, ein Warehouse Management um Lagerbestände und ein Payment-Service um Zahlungsabwicklung. Über definierte Schnittstellen werden diese Komponenten gegenüber den Frontends zusammengeführt, also gegenüber Webshop, mobiler Anwendung, Kassensystem, Marktplatz oder Social-Commerce-Angebot. So entsteht eine modular gedachte, aber inhaltlich vereinheitlichte Plattform.

Nutzen für Unternehmen

Der zentrale Mehrwert liegt im durchgängigen Bild von Kunden, Sortimenten und Beständen. Aus den verbundenen Daten entsteht eine 360-Grad-Sicht auf jeden Kunden, die personalisierte Angebote und konsistente Erlebnisse über alle Kanäle hinweg ermöglicht. Neue Kanäle lassen sich anbinden, ohne die zugrunde liegenden Daten erneut zu pflegen, was die Markteinführung beschleunigt. Weniger Datensilos bedeuten weniger manuelle Pflege, weniger Brüche in Prozessen und eine schnellere Reaktion auf Marktveränderungen, etwa bei Aktionen, Preisanpassungen oder neuen Bezahlmethoden.

Plattformen im Markt

Der Markt für Unified-Commerce-Lösungen ist gut besetzt und reicht vom Enterprise-Umfeld bis hin zu spezialisierten Mid-Market-Angeboten. Häufig anzutreffen sind:

  • Enterprise-Lösungen wie Salesforce Commerce Cloud, SAP Commerce Cloud und Adobe Commerce
  • Mid-Market-Plattformen wie Shopware in Composable-Setups, commercetools als Headless-Plattform und Shopify Plus
  • Integrationen im TYPO3-Umfeld, etwa Aimeos als enge TYPO3-Anbindung sowie Kombinationen aus TYPO3 und Shopware im Headless-Betrieb

Welche Plattform passt, hängt stark von Sortimentsstruktur, Internationalisierung, bestehender IT-Landschaft und den Anforderungen an Erweiterbarkeit ab.

Herausforderungen und Erfolgsfaktoren

Eine UCP einzuführen ist kein reines IT-Vorhaben, sondern ein Veränderungsprojekt. Die Integration vorhandener Systeme ist anspruchsvoll, weil unterschiedliche Datenmodelle und gewachsene Prozesse auf einen gemeinsamen Stand gebracht werden müssen. Datenqualität wird damit zur Voraussetzung: Ohne saubere Produkt- und Kundendaten verlieren auch die besten Werkzeuge an Wert. Hinzu kommen organisatorische Aspekte, vom Change-Management bis zur Schulung der Mitarbeiter in Filiale, Service und Marketing.

Einsatz in der Praxis

In Web-Projekten dient eine UCP als verbindende Schicht zwischen Frontend, Redaktion und Handelslogik. In Verbindung mit einem starken Content-Management-System wie TYPO3 lässt sich aus inhaltlich gepflegten Seiten und einer leistungsfähigen Commerce-Plattform ein durchgängiges Erlebnis schaffen, das Marke, Beratung und Kauf eng verzahnt. So wird der Online-Auftritt nicht zum reinen Shop, sondern zu einem zentralen Bestandteil einer einheitlichen Handelsstrategie.

dkd-Banner für die SEO-Analyse für TYPO3-Websites mit grünem Hintergrund

❮   Zurück