20.05.2026

Recap | CMS Summit 2026 in Frankfurt

Olivier, Anika und Søren auf dem CMS Summit 2026


Was passt besser zum CMS Summit als ein Ort, an dem sich alles um Kommunikation dreht? Mitten im Museum für Kommunikation in Frankfurt kamen am 12. und 13. Mai CMS Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen, um über digitale Plattformen, AI, Content Management und Zusammenarbeit zu diskutieren. Schon die Location hat perfekt zum Charakter des Events gepasst: offen, vielseitig und voller Austausch!

Zwei Tage voller Expertenwissen

Der CMS Summit 2026 war dabei weit mehr als eine klassische Konferenz mit einer Reihe von Vorträgen. Zwischen Sessions, Round Tables, Gruppendiskussionen und spontanen Gesprächen auf den Fluren entstand genau die Art von Austausch, die im Arbeitsalltag oft zu kurz kommt. 
Statt Buzzwords und Zukunftsversprechen standen Herausforderungen im Fokus: Wie arbeiten Teams effizient zusammen? Wie verändert AI unsere Kommunikation? Und wie schafft man digitale Erlebnisse, die wirklich inklusiv sind? 

Eröffnung des CMS Summit


Aus unserem dkd-Team waren Anika, Emina, Søren und Olivier vor Ort, begleitet von einem unserer Kunden. Außerdem waren wir als dkd selbst als Sponsor des Events dabei. Und auch wenn das Programm  dicht gellt war, blieb zwischendurch tatsächlich noch kurz Zeit, durch die Ausstellungen des Museums zu gehen. Zwischen alten Telefonanlagen und historischen Kommunikationswegen wurde schnell klar: Die Art, wie Menschen kommunizieren, verändert sich ständig.
Manche Herausforderungen bleiben allerdings erstaunlich ähnlich, nur heute eben in Channels statt mit Faxgeräten. Einen Überblick über die Vorträge gibt es hier! 

EI statt AI: Warum Zusammenarbeit der eigentliche Skalierungsfaktor ist

Technologien werden schneller, Prozesse komplexer und Teams arbeiten zunehmend über unterschiedliche Disziplinen hinweg zusammen. Umso interessanter ist die Frage, woran Projekte eigentlich wirklich scheitern. Genau dieser Frage widmete sich Florian Keitgen, Head of Product Development bei b13, in seiner Session "The Hidden Scaling Risk: When the Human Layer Becomes the Bottleneck". 

Statt auf Systeme oder technische Herausforderungen zu schauen, richtete der Vortrag den Fokus bewusst auf den menschlichen Faktor. Anhand von Open Source Communities wurde sehr anschaulich gezeigt, wie schnell Projekte an Dynamiken scheitern können, die auf den ersten Blick wenig mit Technologie zu tun haben. Unklare Verantwortlichkeiten, Kommunikation über einzelne Personen oder unsichtbare Beiträge wirken oft deutlich stärker auf Zusammenarbeit und Geschwindigkeit als technische Hürden. 

Besonders spannend war dabei der Blick auf Themen, die in nahezu jedem Arbeitsumfeld vorkommen, aber selten offen angesprochen werden. Statusverhalten, Gatekeeping oder informelle Machtstrukturen entstehen häufig schleichend und entwickeln sich gerade in komplexeren Organisationen schnell zu echten Bremsfaktoren. Die vielleicht spannendste Erkenntnis dieser Session war jedoch, dass sich zwischen all den Diskussionen rund um AI plötzlich ein ganz anderes Thema in den Vordergrund geschoben hat: EI, also emotionale Intelligenz
Denn je komplexer digitale Projekte werden, desto wichtiger wird die Fähigkeit, Verantwortung klar zu definieren, Kommunikation bewusst zu gestalten und Zusammenarbeit langfristig stabil aufzubauen. Vielleicht braucht es manchmal eben nicht mehr AI, sondern zuerst ein bisschen mehr EI. 

Vortrag The Hidden Scaling Risk: When the Human Layer Becomes the Bottleneck

Wenn das Internet zurück spricht 

Die Diskussion rund um Large Language Models bewegt sich häufig zwischen zwei Extremen. Entweder wird AI als Lösung für nahezu alles dargestellt oder als große Bedrohung für bestehende Arbeitsweisen. Einen deutlich differenzierteren Blick darauf brachte Liz Nelson, Vice President of Product and Technology bei Sitecore, in ihrer Session "The Internet Talks Back" mit. 

Im Mittelpunkt stand eine Aussage, die zunächst erstaunlich einfach klingt: Large Language Models sind im Grunde das Internet in komprimierter Form, das auf Fragen antwortet. Genau diese Perspektive machte viele Zusammenhänge plötzlich greifbarer. Besonders spannend war der Blick hinter die eigentliche Antwort eines AI-Systems. Denn, bevor ein Ergebnis sichtbar wird, laufen im Hintergrund zahlreiche Prozesse und sogenannte Hidden Layers ab, die darüber entscheiden, wie Inhalte verarbeitet und Antworten zusammengestellt werden. 

Ein Beispiel blieb dabei besonders hängen: der Vergleich zwischen menschlichem Schreiben und AI unterstütztem Schreiben. Menschliche Texte leben oft von unterschiedlichen Stimmen, Nuancen und individuellen Ausdrucksformen. Werden Inhalte dagegen in großem Maßstab AI unterstützt erstellt, entsteht schnell eine sprachliche Gleichförmigkeit. Ein Gedanke, bei dem vermutlich einige im Raum kurz innerlich die letzten LinkedIn Beiträge Revue passieren ließen. 

Neben den technischen Einblicken ging es vor allem um eine praktische Frage: Wie lässt sich AI sinnvoll einsetzen, ohne dabei die eigene Markenstimme und Individualität zu verlieren? 

Die vorgestellten Ansätze waren bewusst pragmatisch. Mit einer klaren Strategie starten, Prozesse steuern, Menschen im Entscheidungsprozess behalten und Ergebnisse kontinuierlich weiterentwickeln. Denn auch wenn AI-Prozesse beschleunigen kann, entsteht gute Kommunikation weiterhin nicht automatisch auf Knopfdruck. 

Interesse an einer DSGVO-konformen AI-Möglichkeit? Starfruit AI ist die Lösung!

Digitale Ungleichheiten entstehen oft früher als gedacht

Digitale Produkte wirken auf den ersten Blick oft neutral. Inhalte werden angezeigt, Prozesse laufen und Nutzerinnen und Nutzer bewegen sich durch eine Anwendung. Gleichzeitig steckt hinter jeder Plattform eine Vielzahl kleiner Entscheidungen, die beeinflussen, wie Menschen digitale Angebote erleben. Genau diesem Thema widmete sich Antonia Fedder, Designer for impact driven brands, in ihrer Session "Where digital bias hides: configuration, content, and communication". 

Dabei ging es nicht nur um Inhalte selbst, sondern auch um Konfigurationen, Content Modelle, Workflows und Kommunikationsmuster. Denn jede Entscheidung in digitalen Projekten trägt automatisch Annahmen darüber in sich, für wen ein Angebot entwickelt wird und wer möglicherweise nicht ausreichend mitgedacht wurde. 

Gerade deshalb war die Session besonders spannend, weil digitale Bias häufig nicht erst in großen strategischen Entscheidungen entsteht, sondern bereits in kleinen alltäglichen Prozessen beginnt. Oft sind es scheinbar nebensächliche Details, die sich später auf Nutzererlebnisse auswirken. Besonders gelungen war dabei, dass nicht nur Herausforderungen sichtbar gemacht wurden, sondern konkrete Fragestellungen entstanden, die sich direkt in Projekte oder Workshops übertragen lassen. 


Auch die anschließenden Gespräche im Round Table griffen diese Themen weiter auf. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie zuverlässig automatisierte DSGVO Tests tatsächlich sind und welche Auswirkungen neue Entwicklungen wie der Digital Fairness Act künftig auf digitale Produkte haben könnten. Themen wie künstliche Verknappung oder suchtverstärkende Mechanismen zeigen deutlich, dass digitale Verantwortung zunehmend breiter gedacht werden muss. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch die gesamte Session: Inklusive digitale Erlebnisse entstehen nicht zufällig. Sie entstehen dann, wenn Teams bewusst hinterfragen, welche Annahmen in Plattformen, Inhalten und Prozessen eigentlich bereits mit eingebaut sind. 

Fragen rund um barrierefreie Websites oder aktuelle Anforderungen durch das BFSG? Unsere Expertinnen und Experten aus dem dkd-Team unterstützen gerne.

Content zuerst denken – nicht erst vor dem Launch

In vielen Projekten läuft der Prozess ähnlich ab: Discovery, Wireframes, Design, Development und irgendwann am Ende kommt der Content dazu. Genau diese Reihenfolge wurde in der Session "WYMIWYG: What You Model Is What You Get" von Markus Schork, Director of Technology Solutions bei Codal, bewusst hinterfragt. 

Ausgangspunkt war eine Frage, die eigentlich erstaunlich alltäglich ist: Warum kosten selbst kleine Änderungen auf einer Website oft mehr Zeit als sie sollten? Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, dass die Ursache häufig nicht im CMS selbst liegt, sondern in der Art, wie Inhalte modelliert werden. 

Denn Systeme, die maximale Flexibilität versprechen, erzeugen in der Praxis oft das Gegenteil. Komplexe Strukturen, unnötige Abhängigkeiten und zusätzliche Schleifen im Redaktionsalltag sorgen schnell dafür, dass Inhalte zwar theoretisch flexibel sind, praktisch aber unnötig aufwendig werden. Besonders spannend war dabei der Gedanke, Inhalte deutlich früher in Projekten mitzudenken. Nicht erst nach Design und Entwicklung, sondern direkt nach der Discovery Phase. Inhalte bilden schließlich die Grundlage dafür, was Nutzerinnen und Nutzer am Ende überhaupt sehen, lesen und erleben. 

Eine Erkenntnis zog sich dabei durch den gesamten Vortrag: Ein Website-Projekt beginnt nicht erst mit dem Go-live. Häufig wird unterschätzt, wie viele Entscheidungen, Strukturen und Prozesse schon lange vorher den späteren Erfolg beeinflussen. Start with content, not design.

Vortrag: WYMIWYG: What You Model Is What You Get

AI-ready Content beginnt lange vor dem ersten Prompt

Content verändert sich gerade spürbar, und zwar nicht nur auf der Ebene einzelner Texte, sondern vor allem auf struktureller Ebene. Genau diesen Wandel griff Kate Kenyon, Head of Content Design, Operations & Localization bei JPMorganChase, in ihrer Session "The hidden work behind AI-ready content" auf. 

Im Mittelpunkt stand weniger die Frage, welche neuen Tools gerade verfügbar sind, sondern vielmehr, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Inhalte langfristig funktionieren. Eine Aussage blieb besonders hängen: "Metadata is AI's love language." Hinter diesem Satz steckt eine sehr praktische Realität. Je besser Inhalte strukturiert, beschrieben und mit Kontext versehen werden, desto leichter können AI-Systeme sie verstehen, einordnen und weiterverwenden. 

Spannend war außerdem der Blick auf veränderte Rollenbilder innerhalb von Teams. Während bestimmte klassische Aufgaben zunehmend automatisiert werden können, entstehen gleichzeitig neue Anforderungen. Rollen wie Content Architects oder Spezialistinnen und Spezialisten für Metadaten gewinnen an Bedeutung, weil Inhalte zunehmend systematisch statt rein redaktionell gedacht werden müssen. 

Ein weiterer Aspekt wurde besonders deutlich: Immer weniger Nutzerinnen und Nutzer gelangen überhaupt direkt auf Websites. Inhalte werden über Suchmaschinen, AI Overviews oder andere Systeme ausgespielt und erscheinen häufig außerhalb ihres ursprünglichen Kontexts. Dadurch reicht es nicht mehr aus, Inhalte nur für die eigene Website zu optimieren. Content muss heute auch außerhalb der eigenen Plattform funktionieren und trotzdem verständlich bleiben. 

Sichtbarkeit bedeutet mehr als nur gefunden werden 

Früher ging es vor allem darum, auf einer Suchergebnisseite möglichst weit oben zu erscheinen. Inzwischen verändert sich die Art, wie Menschen Informationen finden, jedoch deutlich und genau darum drehte sich die Session "How AI is Reshaping Discovery, Websites, and Personalization" von Nicole Rogers, CMO und Co-founder bei ai12z. 

Interessant war vor allem die Perspektive auf AI als zusätzliche Ebene zwischen Marke und Nutzer. Inhalte werden heute nicht nur angezeigt, sondern interpretiert, zusammengefasst und neu eingeordnet. Dadurch entsteht eine Situation, die viele Marken bisher kaum kannten: Die volle Kontrolle über den Kontext geht zunehmend verloren. Während auf der eigenen Website Inhalte bewusst gestaltet, werden können, entscheiden AI-Systeme selbst, welche Aspekte hervorgehoben werden und welche Informationen möglicherweise wegfallen. 

Besonders wertvoll war deshalb der Gedanke, nicht nur klar zu definieren, wofür eine Marke steht, sondern auch, wofür sie bewusst nicht steht. Denn wenn Informationen interpretiert werden, entstehen sonst schnell Zusammenhänge, die nie beabsichtigt waren. Sichtbarkeit allein wird damit nicht automatisch zum Ziel. Entscheidend wird vielmehr, wie eine Marke wahrgenommen und verstanden wird. 

How AI is Reshaping Discovery, Websites, and Personalization

Wenn weniger Besucher kommen, wird jeder einzelne wichtiger

Eine Entwicklung zog sich durch viele Sessions des CMS Summit und wurde auch im Vortrag von Søren, einem unserer Geschäftsführer, aufgegriffen: Immer mehr Informationswege enden bereits vor dem eigentlichen Website-Besuch. Menschen erhalten Antworten zunehmend direkt über AI Overviews oder generierte Suchergebnisse und gelangen dadurch häufig gar nicht mehr auf eine Website. Das verändert die Rolle des Klicks grundlegend. 

Wer eine Website heute noch besucht, bringt oft bereits eine klarere Erwartung mit, sucht gezielter und hat gleichzeitig weniger Geduld. Es geht deshalb immer weniger um möglichst viele Besuche und zunehmend darum, die vorhandenen Besuche sinnvoll zu gestalten. Eine mögliche Unterstützung in diesem Bereich ist rek.ai, das sich über unsere entwickelte Extension integrieren lässt. Auf Basis verschiedener Faktoren können passende Inhalte und Empfehlungen automatisch ausgespielt werden und Besucherinnen und Besucher gezielter durch die Website führen. 

Die zentrale Erkenntnis blieb dabei bewusst unabhängig von einzelnen Tools: Websites sollten nicht nur für AI optimiert werden, sondern vor allem für echte Menschen. Denn AI kann den Weg zur Website verändern, die eigentliche Erfahrung entsteht aber weiterhin auf der Website selbst. 

Klingt spannend? Melden Sie sich gerne bei uns! 

Vortrag von Søren

Mehr als nur Vorträge

Alle Sessions waren auf einem sehr hohen Niveau. Die Auswahl der Speaker war stark, die Themen vielseitig und die Inhalte fachlich tief. Gerade beim Thema AI fiel auf, dass auf dem CMS Summit nicht einfach nur neue Tools gefeiert wurden. Viele Diskussionen drehten sich vielmehr um Verantwortung, Qualität, kritisches Hinterfragen und die Frage, wie digitale Arbeit langfristig sinnvoll gestaltet werden kann. 

Genau das hat den CMS Summit 2026 besonders gemacht. Die Kombination aus Neugier, Offenheit und einem gleichzeitig reflektierten Blick auf technologische Entwicklungen hat dem Event eine besondere Tiefe gegeben. Statt blind jedem Trend hinterherzulaufen, wurde ausprobiert, diskutiert und auch mal widersprochen. Und ehrlich gesagt sind genau diese Gespräche oft die spannendsten. 

Fazit

Für alle, die im Bereich Content Management, CMS-Plattformen und digitale Kommunikation arbeiten, waren die beiden Tage deshalb nicht nur inspirierend, sondern vor allem praxisnah und relevant für den eigenen Arbeitsalltag. 

Ein besonderer Dank geht an Janus Boye und das gesamte Team hinter dem Event, das bereits zum zweiten Mal in Frankfurt stattgefunden hat. Der CMS Summit 2026 hat einmal mehr gezeigt, dass gute digitale Arbeit dort entsteht, wo Expertise, Austausch und unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. 

Olivier, Anika, Søren und Emina beim CMS Summit 2026

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