JoyConf 2026 in Mainz | Recap
Die JoyConf 2026 von Storyblok fand am 28. und 29. Oktober 2026 in Mainz statt und brachte Entwickler, Content-Experten und die CMS-Community zusammen. Im Mittelpunkt der Konferenz standen Content Debt, Künstliche Intelligenz (KI), Content-Qualität und digitale Barrierefreiheit. Besonders relevant waren Strategien zur automatisierten Content-Pflege, neue Storyblok-Funktionen wie der Accessibility Checker und die semantische Suche Strata sowie der Einsatz von KI im Content-Management. dkd-Entwickler Nils berichtet über seine wichtigsten Learnings, technische Einblicke und seine erneute Auszeichnung als Storyblok MVP.
Content Debt, KI und ein zweiter MVP-Titel
Am 28. und 29. Oktober 2026 wurde die Rheingoldhalle in Mainz unter dem Motto »Content Confidence. Human Connection«. zum Treffpunkt der Storyblok-Community. Zwischen technischen Deep Dives, inspirierenden Talks und persönlichen Begegnungen gab es einiges mitzunehmen. Nicht jede Keynote konnte überzeugen, dafür lieferten andere Sessions umso mehr Denkanstöße. Welche Themen wirklich hängen geblieben sind? Hier kommen meine Highlights der JoyConf 2026.
Viel Spaß beim Lesen!
The Content Debt Recovery Plan for Developers
Das große Thema der Konferenz war Content Debt, also die Altlast an veralteten, doppelten oder schlicht schlechten Inhalten, die sich in jedem CMS über die Jahre ansammelt. Laut einer von Storyblok beauftragten Studie von FT Longitude beläuft sie sich weltweit auf geschätzte 4,63 Billionen US-Dollar.
Im Developer-Track zeigten Tamas Piros und Daniel Mendoza aus dem Developer-Relations-Team von Storyblok, wie Entwicklerteams dagegen vorgehen können. Die Botschaft: Gute Content-Qualität ist kein Zufall. Inhalte müssen regelmäßig geprüft, aktualisiert und auch konsequent gelöscht werden, statt immer nur Neues hinzuzufügen. Besonders praktisch fand ich das live gezeigte Audit- und Migrationsskript, mit dem sich ein Space automatisiert analysieren und bereinigen lässt.
Passend dazu zeigte Benedikt Grimm (synaigy) auf der Main Stage sein »Space Health Playbook« dazu, wie Storyblok-Spaces auch nach Jahren noch wartbar bleiben.
TomTom: One Space to Rule Them All
Der beste Storyteller der Konferenz war für mich Michiel van der Ros, Staff Engineer und Tech Lead bei TomTom. Er erzählte, wie TomTom mehrere Web-Anwendungen aus einem einzigen Storyblok-Space betreibt, und zwar ganz ohne separaten Staging-Space. Dazu gehören die Hauptwebsite, Dokumentationsseiten und Developer-Seiten. Verpackt war das Ganze in eine Analogie zu Wagners Rheingold-Saga, passend zum Veranstaltungsort direkt am Rhein. Fachlich interessant, wir verwenden bei BayWa r.e. das gleiche Konzept, dramaturgisch großartig.
Built In, Not Bolted On: Accessibility als Aufgabe aller
Das inspirierendste Panel lieferte das Thema Barrierefreiheit. Josefine Diekmann (Accessibility Engineer bei Storyblok), Dana Randall (Level Access) und Stephanie Weber (Fielmann Group) diskutierten, warum Accessibility von Anfang an mitgedacht werden muss und nicht nachträglich angeschraubt werden darf. Auch die Rolle von Regulierung und der Einfluss von KI auf Inklusion kamen zur Sprache. Der Leitsatz der Session: »Accessibility is not a feature. It's a foundation.«
Für mich ist das ein spannendes Thema: Bei dkd entwickeln wir unsere Projekte häufig nach WCAG 2.1. Umso mehr freut es mich, dass Storyblok mit dem neuen Accessibility Checker Barrierefreiheit direkt in den redaktionellen Alltag holt.
Meine wichtigsten Learnings
KI ist nur so gut wie ihre Quelle. KI war in nahezu jedem Vortrag Thema. Die wichtigste Erkenntnis für mich: Wenn die Content-Basis schlecht ist, produziert KI daraus einfach noch mehr schlechten Content. Garbage in, garbage out. Content Debt abzubauen ist damit keine Fleißaufgabe mehr, sondern die Voraussetzung dafür, KI sinnvoll einzusetzen.
Content-Pflege gehört auch in den Entwicklungsprozess. Audits, Migrationen und das Löschen veralteter Inhalte lassen sich automatisieren, etwa mit der Storyblok CLI und eigenen Skripten. Das sollte kein einmaliges Aufräumprojekt sein, sondern ein wiederkehrender Bestandteil des Betriebs.
Networking und persönliche Eindrücke von der JoyConf 2026
Für mich begann die JoyConf schon am Vorabend: Am 27. Oktober lud Storyblok MVPs und Partner zu einem gemeinsamen Event ein. Ein toller Auftakt, um alte Bekannte wiederzusehen und mich schon vor dem offiziellen Start auszutauschen.
Ein ganz persönliches Highlight gab es bei den MVP & Customer Awards: Ich wurde erneut als Storyblok MVP ausgezeichnet. Nach 2026 gehöre ich damit auch 2027 zur Riege der Storyblok MVPs. Darauf bin ich stolz und freue mich, die Storyblok-Community weiter aktiv mitzugestalten. Den ersten Konferenztag ließ ich bei der Evening Party im Rheinfoyer ausklingen. Bei Live-Musik der KKCB Band und einer leckeren Weinprobe kam ich mit der Community, mit Kunden und mit dem Storyblok-Team ins Gespräch. Ein rundum gelungener Abschluss des Tages.
Was bleibt von der JoyConf 2026?
Meine drei wichtigsten Takeaways:
- Content Debt ist das Thema der Stunde.
Qualität schlägt Quantität, und Löschen ist genauso wichtig wie Publizieren. - KI braucht eine saubere Datenbasis.
Ohne gepflegte, strukturierte Inhalte vervielfacht KI vor allem Probleme. - Barrierefreiheit gehört von Anfang an dazu, im Code, im Design und im Redaktionsalltag.
Was bedeutet das für unsere Arbeit bei dkd? Wir wollen die Aktualität und Qualität von Inhalten nicht dem Zufall überlassen, weder auf unseren eigenen Seiten noch auf den Seiten unserer Kunden. Deshalb prüfen wir, wie wir dafür feste Prozesse etablieren können: Inhalte sollen regelmäßig geprüft, gezielt optimiert und bei Bedarf konsequent aufgeräumt werden. Als Entwicklungsagentur sehe ich unsere Rolle dabei vor allem in der technischen Unterstützung, etwa durch automatisierte Audits, Migrationsskripte und Werkzeuge, die Redaktionen auf veraltete oder fehlerhafte Inhalte aufmerksam machen. So wird Content-Pflege vom lästigen Großprojekt zur Routine, und die Grundlage für den sinnvollen Einsatz von KI bleibt sauber.
Würde ich die JoyConf weiterempfehlen?
Ja. Auch wenn ich mir von den Keynotes mehr technische Tiefe gewünscht hätte, überzeugten die Praxisberichte und das Developer-Programm. Vor allem aber ist die JoyConf der Ort, an dem man die Storyblok-Community persönlich trifft. Wer die Sessions nachholen möchte: Laut Storyblok sind die Aufzeichnungen ab Anfang November on demand verfügbar.
Bereit für ein Content-Management ohne Altlasten?
Quellen & weiterführende Links
[1] JoyConf 2025 Amsterdam
[2] Storyblok-Experten buchen
[3] Hintergrundinformationen zu Storyblok & Headless
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